Die OCA - Open Traffic Systems City Association e.V. ist ein im Jahre 1999 – im Zuge der Entstehung des OCIT-Standards - gegründeter Verband öffentlicher Baulastträger und Betreiber in der Straßenverkehrstechnik, der die Belange aller öffentlichen Verwaltungen bei der Entwicklung offener Standards für Lichtsignalanlagen, Verkehrsrechner und Verkehrsleitzentralen nachhaltig vertritt. 

Die Mitgliedschaft in der OCA, verbunden mit der Einbringung der spezifischen Anforderungen jedes Mitglieds an den Bau und Betrieb der Anlagen, stärkt die Position der öffentlichen Verwaltung insgesamt.

Derzeit hat die OCA Mitglieder aus 38 Mitgliedsstädten und Bundesländern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Natürlich ist sie offen für die Aufnahme weiterer Mitglieder, nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum, sondern aus allen Ländern Europas.

1.  Zweck und Ziele:

Ziele des aus Städten und Landesverwaltungen bestehenden OCA-Verbandes sind in seiner Satzung festgelegt. Danach hat der Verband den Zweck, in Bezug auf Anlagen, Systeme und Komponenten der Straßenverkehrstechnik, Verkehrstelematik und des Verkehrsmanagements

  • den Wettbewerb zu fördern

  • die Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung bei Beschaffung und im Betrieb zu fördern

  • Ausschreibungsverfahren zu vereinfachen und zu verkürzen

  • den direkten Informationsaustausch zwischen den betroffenen Verwaltungsabteilungen auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern

  • die Anforderungsprofile zu bündeln, und so die Position der Baulastträger gegenüber der Industrie zu stärken.

2.  Motivation für eine Mitgliedschaft

Die Motivation für eine Mitgliedschaft in der OCA beziehen die Mitglieder aus folgenden Zielsetzungen:

  • Durch die Entwicklung und Einführung offener Schnittstellenstandards, die den Einsatz herstel­lergemischter Systeme in der Lichtsignaltechnik ermöglicht, wird der Wettbewerb zwischen den Anbietern gefördert und eine erhebliche Kostensenkung erzielt.

  • Vor dem Hintergrund künftig baulastträgerübergreifender Verkehrsmanagementaufgaben, die sich räumlich und strategisch nicht nur auf großstädtische Bereiche beschränken werden, fördern offene Schnittstellenstandards die unproblematische Vernetzung aller Komponenten. Somit sind sie ein bedeutender Aspekt der Investitions- und Zukunftssicherung für alle Systeme der Straßenverkehrstechnik.

Die OCA hat im Rahmen der OCIT-Gruppe einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des OCIT-Standards beigetragen und später dann selbst den OTS-Standard als Rahmenwerk für Offene Standards im Bereich der Vernetzung von Zentralen entwickelt und zur Anwendungsreife gebracht.

Da OCIT-Standard und OTS inzwischen eine große Verbreitung haben, ist auch die Entwicklung und Pflege der Schnittstellenstandards von Lichtsignalanlagen für alle Straßenbauverwaltungen von besonderem Interesse.

Naturgemäß hat sich die OCA in ihren Anfängen mehr mit der Definition und Entwicklung der Standards auseinandergesetzt. Später dann, als die Standards im Feld auch eingesetzt wurden, rückten mehr die Anwendung der Standards und die Auswirkung auf die Funktionalität der vernetzten Teilsysteme in den Fokus.

3.  OCA-Anwenderkreise

Auf der Arbeitsebene der OCA sind derzeit vier Anwenderkreise aktiv, die sich mit verschiedenen Themen der Straßenverkehrstechnik befassen und zwar:

  • OCA-Anwenderkreis „OCIT-Outstations“

  • OCA-Anwenderkreis „Zentralen“

  • OCA-Anwenderkreis „OCIT“

  • OCA-Anwenderkreis „Intelligente Verkehrssysteme (IVS)“

Anwenderkreise sind vor allem auf den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen ihren Mitgliedern ausgerichtet. Oftmals entwickeln einzelne Mitglieder im eigenen Umfeld Lösungsansätze, die auf den Wirkungsbereich anderer Mitglieder übertragbar sind und dort einen hohen Wert haben. Sie können in der Anwendung zu erheblichen Verbesserungen oder zu großen Kosteneinsparungen führen.

Darüber hinaus entstehen auch in den Anwenderkreisen Arbeitsergebnisse bzw. Dokumente, die den Mitgliedern der OCA zur Verfügung stehen wie z. B: Der Leitfaden zur Spezifikation von Anforderungen an Lichtsignalsteuergeräte mit OCIT-Outstations Schnittstellen sowie eine Empfehlung für Verkehrsrechner Instandhaltungs- und Pflegeverträge.

4.  OCA-Akademie

Allen Interessierten –  auch außerhalb der OCA – wird mit den Veranstaltungen der OCA-Akademie eine Plattform geboten, um sich über die verschiedensten Aspekte der Straßenverkehrstechnik zu informieren und auszutauschen. 

Experten der OCA, Herstellerverbände und Industrie geben praxisnahe Einblicke aus den Städten und Anwenderkreisen sowie Ausblicke auf die technische Zukunft der wichtigen Themen, aber auch externe rechtliche Einordnungen werden angeboten.

5.  OCA-Aktivitäten auf nationaler Ebene

National ist die OCA in verschiedenen Gremien engagiert, so z.B.:

  • Leitung & Mitarbeit im FGSV - AK 3.3.8

  • Mitarbeit im IVS-Beirat des BMVI

  • Mitarbeit in der BMVI-Arbeitsgruppe Informationsdienste

  • Mitarbeit im F&E-Projekt IVS-Architektur für Deutschland

6.  OCA-Aktivitäten auf EU- Ebene

Auf internationaler Ebene ist die OCA z.B. im Bereich kooperativer IVS (C-ITS) engagiert, so z.B. durch die Mitarbeit in der „Amsterdam Gruppe“. Dort unterstützt die OCA POLIS, deren assoziiertes Mitglied sie ist. Ebenfalls kooperiert die OCA seit 2009 mit der „Urban Traffic Management and Control“ Gruppe in Großbritannien. Weiterhin ist die OCA auch u.a. in folgenden Gremien aktiv:

  • Mitarbeit in der CIVITAS CAPITAL ITS Advisory Group

  • Mitarbeit in der Europäischen C-ITS Plattform

  • Mitarbeit in der CEN Pre-Study Arbeitsgruppe PT 1701 sowie der daraus entstandenen CEN TC278 WG17 zur Normung von städtischen (C-)ITS Systemen

Ein weiteres Betätigungsfeld sind EU-Projekte wie z.B.  das Horizon 2020-Projekt CIMEC (C-ITS for Mobility in European Cities), bei dem die OCA aktiv mitarbeitet.

7.  Mitgliedschaft

Für eine Mitgliedschaft bedarf es folgender Schritte:

  • Stellung eines Aufnahmeantrags an die Verbandsgeschäftsstelle

  • Der Vorstand beschließt über die Mitgliedschaft

  • Zahlung des Mitgliedsbeitrags von 6 € / Jahr / betriebener Lichtsignalanlage

  • Wie geht man am besten praktisch vor?

    • i.       Klärung, welches Gremium entscheidungsberechtigt ist (Hinweis als Hilfestellung: der OCA-Verband ist kein wirtschaftlich tätiger Verein!)
    •    ii.       Bereitstellung des jährlichen Mitgliedsbudgets und Zustimmung des Kämmerers
    •   iii.       Zustimmung zur Mitgliedschaft: Erstellung einer Vorlage für einen Gremiumsbeschluss oder die Unterschrift/en der befugten Person/en