OCA - Fragebogen 2

Standardisierte, offene Schnittstelle für die Verkehrssteuerung

Resümee der Auswertung

Es fällt auf, dass sich die Städte bei den meisten Themengebieten einig sind. So gibt es u.a. bei der Frage nach der Notwendigkeit des Vorantreibens der offenen Schnittstellen im Bereich der Zentrale und der OCIT-Instations kaum Diskrepanzen. Erforderlich erscheint dabei den Teilnehmern insbesondere die Standardisierung

  • von Funktionen der OCIT-Zentrale,
  • im Bereich des Verkehrsingenieurs-Arbeitsplatzes,
  • in der Funktions- und Qualitätsanalyse und
  • im Verkehrs- und Mobilitätsmanagements.

Auch die Aspekte einer standardisierten Fernversorgung werden einheitlich beurteilt. Für erforderlich bzw. sinnvoll halten die Befragten dabei

  • Wochenautomatik (lokal),
  • Festzeitsteuerung (Signalprogramme, Phasenübergänge),
  • Verkehrsabhängigkeit: Parameter und
  • Verkehrsabhängigkeit: Logik.

Die Bewertung der Möglichkeiten von standardisierten Schnittstellen im Steuergerät zeigt, dass die Städte große Erwartungen und Hoffnungen an OCIT-Schnittstelle knüpfen. So begrüßt die große Mehrheit die Chancen, die sich durch eine offene Schnittstelle ergeben, in den Bereichen

  • Steuerungsverfahren im Gerät,
  • Fernversorgung und
  • weiterer verkehrstechnischer Anwendungen im Gerät.

Nur ein geringer Teil der Befragten hält diese Möglichkeiten für nicht erforderlich.

Eine "einheitlichen Verkehrssprache", die den Anwender bei Planung, Projektierung und Test einer verkehrsabhängigen Steuerung unabhängig vom eingesetzten Verfahren machen soll, wird von einer sehr deutlichen Mehrheit der Befragten begrüßt. Auch die OCA und OCIT als Plattform dieser Entwicklung erfährt eine eindeutige Zustimmung durch die Städte.

In technischen Fragen, bei denen es auch auf die Ausgangssituation der einzelnen Städte ankommt, gibt es unterschiedliche Meinungen bzw. Notwendigkeiten. So werden u.a. die Aspekte der Übertragungsarten und -medien stadtspezifisch unterschiedlich bewertet.

Eine große Herausforderung bei der Einführung einer neuen OCIT-Zentrale wird die Anbindung des "alten" Gerätebestandes der Städte sein. Von den zwei denkbaren Wegen findet die Lösung einer Ankopplung der bestehenden Zentrale die meisten Befürworter. Aber auch die Möglichkeit einer Vorschaltbaugruppe im Steuergerät sowie Mischlösungen sind für die meisten Befragten durchaus denkbar. Allerdings gibt es auch hier verschiedene technische Voraussetzungen der Städte, die zu unterschiedlichen Lösungsansätzen führen.

Der für alle als dringlich empfundene Aufbau einer OCIT-Nutzerorganisation zeigt in seiner Organisationsform noch deutlichen Diskussionsbedarf unter den Teilnehmern. Zwar spricht sich in der Umfrage eine große Mehrheit der Befragten für eine dauerhafte Nutzerorganisation aus, doch herrscht völlige Uneinigkeit über dessen Finanzierung. Am ehesten können sich die Städte noch ein Lizenzmodell vorstellen. Das Vereinsmodell wird nur von drei Teilnehmern für sinnvoll gehalten, wobei jedoch beachtet werden sollte, dass sich zehn Befragte bei diesem Modell noch unsicher sind und somit diesbezüglich keine Entscheidung getroffen haben.

Auch das Thema der Normung auf europäischer Ebene wird von den Städten nicht einheitlich gesehen und bedarf ebenfalls einer Klärung.