OTS-Leitfaden

Der OTS-Leitfaden ist bereits in der Vorhabensbeschreibung des Projektes Düsseldorf in Motion (kurz Dmotion, Förderkennzeichen 19B5005E) der Forschungsinitiative VM 2010 des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) als Integrationsdokument für Ergebnisse des Projektes konzipiert worden. Der OTS-Leitfadengedanken entspricht den Anforderungen an das Projekt nach einer verbesserten Übertragbarkeit von Ergebnissen eines F&E-Projektes.

Mit dem OTS-Leitfaden sollen Personen unterstützt werden, die mit Aufgaben zur Spezifikation und Beschaffung von Systemen für Verkehrssteuerung, Verkehrslenkung und Verkehrsmanagement (bzw. Bestandteilen davon) befasst sind, und die diese Aufgabe im Sinne einer OTS-Systemgestaltung, wie sie in diesem Dokument beschrieben wird, bewältigen wollen, sollen oder müssen.

Der OTS-Leitfaden wird von den Autoren und der OCA als Herausgeber als Orientierungs- und Strukturierungshilfe und nicht als Lehrbuch oder Handbuch klassifiziert. Die Gründe sind darin zu sehen, dass OTS-Realisierungen, in Form von Produkten aktuell noch nicht in der Art vorliegen, um das Anliegen dieses Dokumentes direkt mit solchen Produkten oder Merkmalen dieser Produkte verknüpfen zu können. Anwender des OTS-Leitfadens stehen deshalb vor der schwierigen Aufgabe, ihre Entscheidungen im Hinblick auf Anforderungen auch zu rechtfertigen oder zu begründen. Der Leitfaden befasst sich mit dieser Aufgabe auf der konzeptionellen Ebene und erläutert die Übertragung dieser Konzepte auf konkrete Problemfälle. Der OTS-Leitfaden beschreibt abstrakte Handlungsmuster und verbindet diese mit entsprechend abstrakten Lösungsansätzen. Diese bilden den Ausgangspunkt für die konkrete Spezifikation von Losen.

Mit dem Leitfaden wird auch der Anspruch verfolgt, einen gewissen Weitblick im Hinblick auf die strategische Bedeutung von Entscheidungen zu vermitteln. Systemgestalter oder Systemarchitekten müssen visionäre Sichten entwickeln und diese mit den Alltäglichkeiten in Einklang bringen. Mit Beschaffungsmaßnahmen sollte deshalb implizit die Anforderung verbunden sein, die Entwicklung und den Ausbau bestehender Systemlandschaften nachhaltig und auch nutzenspendend zu beeinflussen.

„Herstellermischung“ ist eine gewachsene Tatsache, die durch den allgemeinen technischen Trend zunehmender Vernetzung begünstigt wird. Die zunehmende Anzahl der am Aufbau einer Systemlandschaft beteiligten Hersteller und auch die unterschiedlich lange Lebensdauer von Systemteilen verbindet jede Aufgabe der Systemgestaltung zwangsweise mit einer nicht einfachen Analyseaufgabe. Es müssen konkrete Vorstellungen entwickelt werden, die es erlauben, Ansatzpunkte für konkretes Gestalten zu bestimmen und zu bewerten. Dabei soll mit OTS das Ziel verfolgt werden, Entscheidungen so zu treffen, dass begleitend zum OTS-Prozess Rahmenbedingungen in lokalen Organisationen geschaffen werden, damit herstellergemischte Systemlandschaften auf absehbare Zeit als systematisch mischbare Systemlandschaft begriffen werden können.

Der OTS-Leitfaden beschreibt Handlungsempfehlungen, die auf die Erkennung und Vermeidung der bei Herstellermischung absehbar auftretenden Probleme ausgerichtet sind. Dies war notwendig, da Systeme für den Straßenverkehr in der Regel von der öffentlichen Hand und damit unter Anwendung des öffentlichen Vergaberechts, d.h. der Ermöglichung von Wettbewerb beschafft und betrieben werden müssen, was zwangsläufig Herstellermischung zur Folge hat.